DIE KÖNIGSDISZIPLIN
Vertrauen und Verlässlichkeit durch Transparenz

Mit zunehmender Digitalisierung rückt ein Faktor in den Mittelpunkt: Vertrauen. Viele Unternehmen haben zwar in Visibility-Dashboards investiert, aber die Verlässlichkeit der enthaltenen Daten bleibt oft hinter den Erwartungen zurück.
Die Mehrzahl der Akteure gibt an, dass gegenseitiges Vertrauen die wichtigste Basis für die Zusammenarbeit ist, doch dieses Vertrauen leidet unter inkonsistenten Stammdaten und Silo-Strukturen – die Datenlücke führt zum Vertrauensverlust.
2026 wird Datenqualität zum strategischen Asset. Die Leistungsfähigkeit autonomer Systeme hängt unmittelbar von sauberen, harmonisierten Daten ab. Unternehmen investieren daher gezielt in Stammdatenharmonisierung, in die Integration von Telematik-, ERP- und IoT-Daten (Enterprise Resource Planning; Internet of Things) sowie einheitliche Datenmodelle über Unternehmensgrenzen hinweg und schließen so die Datenlücke.
Obwohl die strategische Bedeutung von Daten allgemein anerkannt ist, offenbart die statistische Analyse erhebliche Defizite in der operativen Umsetzung. Nur 32% der Unternehmen nutzen ihr vorhandenes Datenpotenzial für KI-Anwendungen aus, und lediglich 5% schöpfen es nach eigenen Angaben vollständig aus. Diese "Datenlücke" führt nicht nur zu Ineffizienzen, sondern untergräbt die Funktionsfähigkeit autonomer Systeme. Eine KI ist nur so leistungsfähig wie die Daten, auf denen sie basiert; inkonsistente Stammdaten werden somit zum größten Flaschenhals für die technologische Transformation.
Quellen: Mc Kinsey “Supply Chain Risk Pulse 2025” / 68 Supply Chain Statistics To Know in 2025 by Tradeverifyd"
"Die Analyse von Unmengen an Daten, um Muster zu erkennen und daraus fundierte Schlussfolgerungen ziehen zu können. Die Qualität der Stammdaten und die Transparenz in der Supply Chain ist entscheidend, um den Servicelevel zu erhöhen. Zudem ist die Implementierung von Echtzeitdaten durch Spediteure nicht immer lückenlos, was die Effizienz beeinträchtigen kann. Das Zusammenkommen hier muss immer partnerschaftlich erfolgen. […] Wir arbeiten mit Transporeon und nutzen Daten für Kostenanalysen bis auf Kunden- und Artikelebene, Speditionsauftrag, Frachtabrechnung und Zeitfenstersteuerung."
Klaus Falinski · Logistics Director · Carl Kühne
In diesem Kontext gewinnt das Konzept der End-to-End Visibility eine neue Bedeutung. Es geht nicht mehr nur darum zu wissen, wo sich ein einzelner Lkw befindet. Entscheidend ist das Verständnis des gesamten Material- und Informationsflusses – von der Produktion über multimodale Transportketten bis zum Endkunden.
Gerade in der DACH-Region spielt die multimodale Sichtbarkeit eine zentrale Rolle. Die intelligente Verknüpfung von Straße und Schiene erhöht die Resilienz der Netzwerke. Eine einheitliche Sicht auf alle Verkehrsträger schafft Planbarkeit, auch in einem Umfeld mit Baustellen (z. B. die Riedbahn), Kapazitätsengpässen oder Infrastrukturstörungen.
"Sehr wichtig, aber nur wenn sie aktiv genutzt wird. Hohe Datenqualität ist Pflicht, insbesondere für Monatsabrechnungen. Unser akribisches Team sorgt für Transparenz und Konsistenz und nutzt z. B. den Arrival Monitor und Zeitfenstermanagement."
Andreas Kersch · Geschäftsführer · Wuppermann
Transparenz wirkt sich unmittelbar auf die Servicequalität aus. Prädiktive ETAs (Estimated Time of Arrival) und proaktive Warnsysteme ermöglichen eine transparente Servicequalität gegenüber Kunden und Partnern. Verlader können ihre Service-Level-Agreements präziser einhalten, da Abweichungen frühzeitig erkannt und kommuniziert werden.
Parallel dazu entwickelt sich der Markt von reiner Analyse hin zu operativer Autonomie. KI-Agenten übernehmen beim Agentic Procurement Spotmarkt-Verhandlungen, bewerten Risiken und berücksichtigen sogar CO2-Kriterien in Echtzeit. Mittels autonomer Quotierung werden Angebote in Sekunden erstellt. Predictive Logistics verknüpft Telematik-, Infrastruktur- und Wetterdaten und steigert so Planungssicherheit und Auslastung signifikant.
"Der Konzern nutzt Google Workspace mit integriertem Gemini für schnelle Integrationen und Zusammenfassungen, um aus der Informationsflut handlungsrelevante Daten zu generieren."
Alexander Worms · Leiter Transportlogistik · Mercer
Mithilfe der Daten werden nicht nur ETAs präziser denn je berechnet, auch die Lkw-Auslastung kann um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.
Transparenz wird damit zur Grundlage von Geschwindigkeit, Stabilität und Vertrauen; On-Time-Performance zur zentralen Steuerungsgröße. Pünktlichkeit ist nicht mehr nur operatives Ziel, sondern strategisches Kapital.
Besonders stark zeigt sich dieser Effekt in den Carrier-Beziehungen. Wenn Daten verlässlich und in Echtzeit verfügbar sind, sinkt der administrative Klärungsbedarf deutlich. Manuelle Statusabfragen und „Check Calls“ werden reduziert, Missverständnisse nehmen ab, Prozesse werden planbarer.
Bis zu 30 % höhere Lkw-Auslastung durch präzise Daten.